Limes


Geschichte

13 n. Chr. Beginnt Germanicus mit der Eroberung Germaniens. Traian befiehlt um das Jahr 100 den Odenwald-Limes zu errichten. Um das Jahr 160 wird unter Kaiser Antonius Pius der Verlauf des neuen Obergermanisch-Raetischen Limes festgelegt.
Der römische Limes stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus und war in seiner letzten Ausbauphase eine 550 km lange Grenzbefestigung, die vom Rhein nördlich von Andernach bis Hienheim bei Regensburg an der Donau reichte. Somit ist er Deutschlands größtes und bekanntestes archäologisches Denkmal.

Kastelle und Türme, Mauer und Palisade, Wall und Graben markieren seither vom Rhein bis zur Donau die Grenze des Imperium Romanum.
Wie kein anderes Monument symbolisiert er, samt den zugehörigen militärischen Anlagen, die Zeit der römischen Herrschaft vom 1. Bis 3. Jh. n. Chr., einer Epoche, welche die historische Entwicklung Europas entscheidend prägte. Auf seinem Verlauf durch Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern durchzieht der Obergermanisch-Raetische Limes unterschiedlichste Natur- und Siedlungslandschaften. Gleichwohl bestand entlang der rund 550 km langen Trasse ursprünglich eine kontinuierlich verlaufende Grenzmarkierung, die als künstliche Trennlinie vielfach keine Rücksicht auf Naturgegebenheiten nahm. Um die 900 Wachtposten und etwa 120 größere und kleinere Kastellplätze dienten zur Sicherung und sind teilweise heute noch zu erkennen.

Der Limes diente weniger der Abwehr der germanischen Stämme, war also kein unüberwindliches „Bollwerk gegen die Barbaren“, sondern der Sichtbarmachung einer Demarkationslinie zwischen dem Römischen Reich und dem freien Germanien, an der die Römer den „kleinen Grenzverkehr“ kontrollierten. Es war dabei eher eine Grenze für den Frieden als für den Krieg.
Dieses Bauwerk war somit in erster Linie dazu gedacht, den aus Germanien einströmenden Warenverkehr und die im Tross nachfolgenden Menschen zu kanalisieren und zu kontrollieren als auch um Zölle zu erheben.
Längst nämlich war das Römerreich auf die Zuwanderung von Germanen angewiesen: Sie stellten Soldaten, Truppen, ja sogar Generäle, und wurden so zu Hauptstützen des römischen Heeres.

Im Juli 2005 wurde eines der größten archäologischen Monumente der Welt, der Obergermanisch-Raetische Limes als UNESCO-Welterbe anerkannt. Von den 550 km Länge entfallen 164 km auf Baden-Württemberg.
Weite Teile des antiken Grenzsystems sind noch heute erhalten und für Besucher erfahrbar.

Der Besuch der Denkmäler in der Landschaft ist durch nichts zu ersetzen. Wanderwege, aber auch der Radweg und die Limesstraße erschließen das Denkmal auf hervorragende Weise. Literatur und Karten erleichtern es dem Interessierten, die Denkmäler aufzufinden und zu verstehen.

Der Limes in Pfedelbach

Die „Römerturmhütte“ bei Pfedelbach-Gleichen führt zum Obergermanisch-Raetischen Limes.
Durch den lichten Hochwald des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald erreicht man nach einem Kilometer die Reste des einzigartigen Sechseckturms von Gleichen, welche bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Der Standort des Turms mit seiner Fernsicht über die Hohenloher Ebene lässt vermuten, dass er für die römischen Vermesser - entlang der 550 km langen Grenzlinie, die den Rhein mit der Donau verband - einer der wichtigsten Punkte war. Denn von hier aus wurde die optische Vermessung der fast 80 km langen schnurgerade verlaufenden Strecke zwischen Walldürn und Haghof bei Welzheim vorgenommen.
Wall und Graben sind in diesem Bereich über eine beachtliche Distanz noch sehr gut erhalten. Jedoch ist der Verlauf des Limes vom Sechseckturm Gleichen durch das Pfedelbacher Tal nach Öhringen nur noch auf Karten und nach Hinweisen vor Ort ersichtlich.

Es ist geplant, neben dem Limes in Gleichen einen Aussichtsturm zu errichten, um den Limesverlauf bis in den Odenwald besser nachvollziehn zu können.

Früher verlief die römische Reichsgrenze quer durch den heute von Obstbäumen und Weinreben bestandenen Westhang des Steinbacher Tals.
Weitere Informationen können Sie folgenden Links entnehmen: www.limesstrasse.de; www.limes-cicerones.de; www.limes-in-hohenlohe.de

 

Mit den Römern kam der Wein nach Germanien

Pfedelbach und die umliegende Weinbauregion bieten mit zahlreichen prämierten Weinsorten noch heute besondere Genüsse - wie etwa obergermanische Weine, die auch die Römer schon zu schätzen wussten.
In der Weingärtnergenossenschaft Heuholz eG kann man den mit Honig, Pfeffer und Datteln versetzten Gewürzwein (mulsum) der alten Römer probieren.
Die WG Heuholz ist die einzige Weingärtnergenossenschaft, deren Reben heute noch direkt an der UNESCO-Welterbestätte „Ancient Roman Frontiers / Obergermanisch-Raetischer Limes“ wachsen und in den Weinkellern zu einem hervorragenden Wein ausgebaut werden.
Informationen zu einer Limesführung mit anschließender Weinprobe im urigen Gewölbekeller finden Sie unter www.waldvergnuegen.com oder www.heuholz.de

 

Agenda Gruppe Limes

Die Agenda-Gruppe Limes möchte den regionalen Limesabschnitt dauerhaft schützen, authentisch darstellen, weiter erforschen und ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rufen. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Touristikgemeinschaft Hohenlohe e. V. und der Städte und Gemeinden Schöntal, Jagsthausen, Forchtenberg, Zweiflingen, Öhringen, Pfedelbach und Mainhardt zusammen.

Projekte:

- Wegweisung und Markierung des Limes
- Präsentation regionaler Fundstätten
- Schutz und Weiterentwicklung des Welterbes
- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
- Didaktische Aufbereitung des Hohenloher Limes
- Zusammenarbeit mit weiteren Limes-Aktiven

Weitere Informationen zu den Limes-Projekten und den Terminen der AG Limes finden Sie im Internet unter www.limes-in-hohenlohe.de

Nach der Aufnahme des obergermanisch-raetischen Limes in die Liste des Weltkulturerbes wird die Gemeinde Pfedelbach ihren Limesabschnitt künftig noch mehr touristisch erschließen - natürlich in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Die Planungen haben bereits begonnen.


Bürgerinformationsbroschüre der Gemeinde Pfedelbach
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